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многабукафф

Metz & Kindler, die im atmosphärischen Kontorhaus einer ehemaligen Kammfabrik in Darmstadt residieren, entwerfen einfache und nachvollziehbare Produkte – vom Starkult rund um das Design halten sie weniger.
Porzellangeschichten
Da passt es gut ins Bild, was auf der diesjährigen Ambiente, der immerhin weltweit größten Konsumgütermesse, am Messestand von Rosenthal vor sich ging: Begeistert erklärte Michael Kindler den interessierten Designliebhabern ihr neuestes Werk: das Porzellanservice Nendoo. Es entwickelt sich in die Höhe und weckt insbesondere bei den Salz- und Pfefferstreuern sowie den Eierbechern Assoziationen an aus dem Boden schießende Pilze. Aber auch die Teller mit einer asymmetrischen Fahne in mattem Biskuitporzellan sowie die kleinen, formschönen Wasserbecher aus Glas sind durchaus gelungen. Das Überzeugende an Nendoo ist jedoch seine Vielseitigkeit: So wird eine Blumenschale mit dem passenden Deckel zur Suppenterrine und eine schmale Vase mit dem Einstecker aus Edelstahl zum Kerzenhalter – das spart Ressourcen, Platz und Geld.
Nendoo ist nicht das erste aus Porzellan hergestellte Produkt des Designerduos. Vor drei Jahren entstand in Zusammenarbeit mit dem Sterne-Koch Juan Amador und der Thüringer Porzellanmanufaktur Reichenbach das Service Para mi, hinter dem eine interessante Geschichte steckt: Bei einem Gespräch mit Juan Amador wollten Michael Kindler und Guido Metz herausfinden, welche Produkte sich der Koch zum Servieren seiner extravaganten kulinarischen Kreationen wünschte. „Alles“, lautete die Antwort von Amador. Weil bei diesem Gespräch der Espresso aus einer nicht ganz so schönen – laut Michael Kindler – gar scheußlichen Tasse gereicht wurde, war diese auch gleich das erste Objekt, dessen Gestaltung in Angriff genommen wurde. Die schlichte, henkellose Tasse für alles Flüssige besticht durch die asymmetrische Gestaltung sowohl der Tasse als auch des großen Untertellers. Darin lassen sich nicht nur Espresso, sondern auch Suppen oder ein Dessert aus weißer Schokolade, Meerrettich und roter Beete servieren. „Was wir gar nicht so sehr in Betracht gezogen hatten, ist die Tatsache, dass Köche auch die Unterteller mit Handkuss verwenden, da die asymmetrisch angebrachte Tassenkuhle einen definierten Speiseplatz darstellt und so auf zwei Ebenen auf dem Teller gearbeitet werden kann.“ Para mi ist ein Porzellanservice, das sich auf die Farbe Weiß konzentriert und mit wenigen, universell einsetzbaren Formen auskommt. Neben den Tassen gehören ovale Platten in verschiedenen Größen zum Anrichten fester Speisen, kleine Beistellschälchen und Gourmetlöffel zum Sortiment. Den gestalterischen Ansatz von Para mi bringt der Koch selbst auf den Punkt: „Wir haben ein Geschirr gesucht, das modern ist und auffällt, aber nicht die Aufmerksamkeit vom Gericht ablenkt.“
Von Gewürzmühlen, Obstkörben und Espressokochern
Modern, aber immer zurückhaltend sind auch die Produkte, die Metz & Kindler für WMF gestaltet haben – über 500 an der Zahl. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller begann gleich nach dem Studium mit dem Entwurf einer Suppenkelle. Zur Suppenkelle haben sich inzwischen Gewürzmühlen, Espressokocher, Obstkörbe, Teesiebe und Kaffeevollautomaten gesellt. Der Entwurf der Topfserie Gourmet Plus steht exemplarisch für die Herangehensweise der Designer an ein Projekt: „Am Anfang des Entwurfsprozesses sind wir in den Laden gegangen und haben entdeckt, dass es den Leuten beim Kauf von Töpfen immer um das Gewicht geht – für viele ist dies ein Qualitätsmerkmal. Die Topfserie Gourmet Plus ist mit Abstand die erfolgreichste, weil sie genau die Mitte trifft, sowohl beim Gewicht als auch beim Design. Bei WMF muss man immer die gestalterische Waage halten, um den Geschmack der Zielgruppe zu treffen.“ Gestalterisch die Waage hält sich auch das Besteck Nomos, das dafür 2008 mit dem begehrten Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Guido Metz erklärt, warum das Entwerfen von Besteck gemeinhin als schwierig gilt: „Bei einem Besteck macht jedes Zehntel etwas aus. So kann ein Besteck schnell zu schwer, zu leicht oder zu verspielt wirken. Oder zu nah an einem bereits auf dem Markt erhältlichen Besteck sein. Nomos hat zwei Seiten: Von oben wirkt es sehr streng, fast schon architektonisch, von unten weich. Außerdem liegt es gut in der Hand – das macht seinen Erfolg aus.“
Erfolg hat das Designerduo allemal. Schaut man sich so um im Atelier, wo in raumhohen Regalen all die von ihm entworfenen Produkte ausgestellt sind, fragt man sich unwillkürlich: Woher kommt die Inspiration beim Entwerfen? Darauf hat Michael Kindler eine einfache Antwort: „Wenn ich in Berlin oder anderswo bin, dann gehe ich als erstes in die Museen, um zu sehen, was dort für Kunst- und Design-Ausstellungen laufen. Wir sind ja Produktfuzzies – wir können gar nicht anders als durch die Stadt zu gehen und nach neuen Dingen Ausschau zu halten.
Claudia Simone Hoffhttp://www.porzellanmanufaktur.net/de/kollektionen_metzundkindler_99_132.htm
http://www.stamm.at/produkte/reichenbach.php?marke=Reichenbach&ord=3&id=2
http://www.handelsdigest.de/Artikel/Metz_und_Kindler__ueber_den_Tellerrand_schauen--32993418.html